Haltungs-korrigierende Kleidung

Ich denke, jeder Mensch hat ein oder mehrere Sachen an sich selbst auszusetzen, die er am liebsten ändern würde.
So auch bei mir: meine Haltung.

Wie ihr in meinem letzten Blogbeitrag vielleicht schon gelesen habt (siehe hier ), habe ich das Krafttraining aus gesundheitlichen Gründen begonnen: meiner schlechten Haltung.
Da ich im jungen Alter sehr schnell in die Höhe geschossen bin war ich immer größer als alle anderen.
Noch dazu spindeldürr, weswegen ich mich meist sehr unwohl gefühlt habe.
Daher machte ich mich selber immer etwas kleiner, um mich anzupassen (schlimm, wie sehr einem die Pubertät beeinflussen kann, oder?).

Die Konsequenz daraus: Eine schlechte Haltung.

Ich bin dann, als mir bewusst wurde, wie sehr es mich stört, auch öfter mal in die Physiotherapie gegangen. Dort bekam ich Übungen, und wie wir Menschen halt so sind, habe ich die Übungen 3 Tage fleißig, und die Tage danach kaum bis gar nicht mehr durchgeführt (ja eh, selber Schuld).
Auch mein Physiotherapeut hat mir damals gesagt, dass ich nie gerade wie ein Brett sein werde, rein aus genetischen Gründen.
Aber eine bessere Haltung wäre durchaus möglich.
Durch meine Arbeit in einem Therapiezentrum habe ich schließlich oft meine Kolleginnen gebeten, mir ein Haltungstape zu kleben.
Das Haltungstape dient alleine für die Verbesserung des eigenen Bewusstseins.
Das Problem: Tapes halten höchstens 4 Tage, bei täglichem Duschen (davon will man mal ausgehen) fängt es allerdings schneller an, sich zu lösen, und vor allem zu jucken.
Und fängt das Tape zu jucken an, dann sollte man es selbst entfernen (ja, autsch – bestes Waxing überhaupt).
Daher waren die Taping-Perioden immer sehr kurz und ich wollte nicht alle 4 Tage meine KollegInnen damit nerven, mich zu tapen.
Natürlich habe ich dann auch Tape-Gurte versucht: Sehen aus wie Tapes, gurtet man sich aber, wie der Name schon sagt, selbst um.
Sehr ungemütlich, unpraktisch und optisch ein NO-GO!
Für mich war klar: Die einzige Möglichkeit (für mich), meine Haltung, neben dem Kraftsport, zu verbessern.
Schon in meinem Studium ist mir ein Satz von der Schulter-Vorlesung besonders hängen geblieben:
Vom unbewussten Falschen zum bewussten Falschen zum bewussten Richtigen zum unbewussten Richtigen.
Übersetzt? Nur wer sich seiner schlechten Haltung oder einem Defizit bewusst wird kann dieses verbessern und soweit üben/trainieren, bis man es unbewusst richtig macht. Genau das ist auch Teil von Anodynes Prinzip, die unbewusste Verbesserung der Haltung hervorzurufen!

Um zum Punkt zu kommen: Ich habe dann „eines Tages“ eine Werbung auf Instagram gesehen (hört mich mein Handy ab?), die sehr interessant klang: Haltungskorrigierende Kleidung von Anodyne.
Ich hab mir dann die Website genauer angesehen und erkannt, dass die Anodyne Posture Shirts 2.0  integrierte Strukturen haben, die 1:1 wie meine Tapes aussahen.
Durch meinen Beruf als Ergotherapeutin als auch meinen bisherigen Erfahrungen konnte ich feststellen, dass die Kleidung definitiv durchdacht und ergonomisch ist.
Nicht lange überlegt, habe ich sie mir dann auch bestellt.
Bei der Bestellung wurden dann auch genaue Maße und Gewicht abgefragt, was sich für mich als Zeichen für Qualität bestätigte.

Anwendung:
Ich habe das Posture Shirt 2.0 nun seit knapp 5 Monaten.
Täglich habe ich es nicht getragen, da es wirklich sehr heiß war und das Shirt eng anliegt.
Jetzt, wo es kälter wurde, habe ich es oft als Unterhemd benutzt und auch im Sport ist es super angenehm zu tragen.
Insgesamt hatte ich das Posture Shirt täglich für eine Dauer von ca. 4-5h oben.

Ergebnis:
Ich weiß, dass der Unterschied für meine Mitmenschen bestimmt gering bis kaum sichtbar zu sein scheint, jedoch kennt man sich selbst am besten und ich merke definitiv eine Veränderung.
Durch das „Ziehen“ des Posture Shirts bei zu krummer oder schlechter Haltung wird man sofort darauf hingewiesen, sich aufzurichten.
Dadurch wurde das Aufrichten nach und nach automatisiert.
Beim Schuhe binden hängen die Schulter nicht mehr nach unten, beim Aufheben von Gegenständen ist das Bewusstsein bereits gut geschult, sich nicht nach vorn zu beugen sondern etwas in die Hocke zu gehen und auch im Sport führe ich gewisse Übungen, vor allem für den Rücken, sehr viel bewusster aus.

Fazit:
Ich freue mich darauf, das Shirt jetzt in der kalten Jahreszeit noch öfter zu tragen und meine Haltung weiterhin zu verbessern.
Auf der Website wird das Posture Shirt 2.0 als Ergänzung zur Physiotherapie empfohlen, dem ich nur zustimmen kann.
Klar, bei Rückenschmerzen oder sonstigen Schmerzen im Schultergürtelbereich würde ich, bevor ich das Shirt kaufe, definitiv zu einem Therapeuten gehen.
Sucht man jedoch Physiotherapeuten aufgrund einer schlechten Haltung auf, um sich z.B. Tapen zu lassen, dann würde ich beim nächsten Mal sicherlich gleich zum ANODYNE Shirt greifen.

 

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick ermöglichen! 🙂
Alles Liebe,

Ana