Schließe deine Augen und denke an fünf Menschen, die du vom Herzen liebst.
An welcher Stelle stand dein Name?
Warst du überhaupt dabei?
Wenn nein – warum nicht?

Selbstliebe scheint ein Trendwort zu werden, ein Wort, mit dem leicht herumgeworfen wird.
Wir alle kennen den Satz: Wie soll dich jemand lieben, wenn du dich selbst nicht liebst?

Und gleichzeitig, da wird die Nächstenliebe gepredigt.
Immer an die anderen zu denken, sich hinten anzustellen, denn alles andere sei egoistisch und narzisstisch.
Da fragt man sich doch: Wie soll ich mich denn nun verhalten?

In diesem Blogpost möchte ich euch nicht predigen, wie wichtig es ist, uns selbst zu lieben, ich möchte euch auch nicht deutlich machen, dass ihr ansonsten nie jemanden finden werdet.
Was ich möchte ist euch klar nahe zu bringen, was das Wort nicht bedeutet, wie der Weg zur Selbstliebe schrittweise funktioniert und was hier alles dazu gehört.
Wie immer sind das persönliche Erfahrungen, die ich die letzten Jahre durch intensives Auseinandersetzten, Probieren, Lesen sowie Anwenden gesammelt habe.

Was Selbstliebe nicht ist:
Was Selbstliebe nicht ist, das hab ich oben bereits kurz angeschnitten. Selbstliebe ist kein Egoismus.
Denn wer egoistisch handelt stellt sich über alle anderen drüber – ein/e Egoist/in handelt im Nachteil der Mitmenschen und schließt Menschen bewusst aus. Sprich: Egoismus ist mehr von anderen Menschen abhängig als von einem selbst.
Egoismus existiert lediglich durch andere Menschen.
Selbstliebe hingegen funktioniert alleine. Dazu brauchst es einzig und alleine dich.
Durch Selbstliebe erfahren wir Liebe – und somit auch andere Menschen zu lieben!

Selbstwert:
Ein wichtiger Schritt zur Selbstliebe ist den eigenen Wert zu erkennen.
Unabhängig davon, was du hast, wer dich umgibt, wo du wohnst oder wieviele Likes dein letzter Post hat.
Warum aber machen wir das Außen vom eigenen Selbstwert abhängig? Durch bestimmte Erfahrungen, die uns verunsichert haben. Erfahrungen, die uns glauben lassen, dass wir nicht genug liebenswert sind, weil wir die Erfahrung ja ansonsten nicht gemacht hätten. Was wir dabei leider immer wieder vergessen:
Es gibt niemanden, der so ist wie du. Mit deinen Erfahrungen, Geschichten, Stärken, Fähigkeiten, deiner DNA.
Du bist einzigartig, genauso wie jede/r Andere. Und genau diese Einzigartigkeit gilt es zu erkennen und anzunehmen.
Dabei gibt es zwei Seiten, die wir annehmen müssen: die, die wir an uns mögen aber auch jene, die wir weniger mögen.
Ich weiß, das klingt schwierig, aber auch die ’negativen‘ Seiten sind für etwas gut.
Beispiel: Du denkst, du bist zu emotional, kannst dies nicht annehmen – möglicherweise braucht dein Körper aber genau diese Seite um nicht alles zu unterdrücken und irgendwann wie ein Fass überzugehen.
Erkennen wir nur unsere „guten“ Seiten an, so würden wir nur die Hälfte unseres Seins akzeptieren und uns somit nie zur Gänze lieben können. Kann es aber sein, dass die „negativen“ Seiten oft garnicht real sind?

Glaubenssätze:
Oft haben wir gewisse Gedanken über uns selbst, die in Wirklichkeit einfach fiktive Märchen sind.
Märchen, die wir uns aufgrund bestimmter Erfahrungen oder Aussagen/Reaktionen selbst erzählt haben.
Diese Märchen sind bekannt unter Glaubenssätze.
Wir beginnen solche Glaubenssätze meist im ganz jungen Alter. Tauchen diese dann später zum Beispiel in Partnerschaften auf, so spricht man oft vom inneren Kind, welches sich zu Wort meldet.
Beispiel: Als ich in der Volksschule war hatten wir ein Mädchen in der Klasse, die im Kinderheim lebte. Aufgrund ihrer Vergangenheit war sie etwas „rougher“ als alle anderen, hatte sozusagen das Ruder in der Hand.
Wenn man sich mit ihr stritt, so hatte man die ganze Klasse am Hals
(Kinder können echt so hart sein, I know haha).
Ich hatte noch Jahre später immer wieder das Gefühl, wenn ich mit einer Freundin im Streit war oder eine Diskussion hatte, dass auch alle anderen Leute im Freundeskreis gegen mich waren. Einzig und allein aufgrund dieser Erfahrung als Kind.
Das war ein typischer Glaubenssatz, welchen ich dann irgendwann hinterfragt habe, bis er völlig banal erschien.
Sobald wir auf unsere Gefühle eingehen und beginnen, negative Gefühle zu hinterfragen, fällt mit Sicherheit mindestens ein Drittel in die „völlig banal und unnötig“ Richtung. Wir glauben Dinge, welche wir auch als Kind noch geglaubt haben.
Viele davon erzählen wir uns heute noch, obwohl sie mittlerweile absolut unlogisch erscheinen. Glaubenssätze machen uns oft zu dem, von dem wir denken zu sein – sie bringen uns dazu uns mit ihnen zu identifizieren.
Durch das Auflösen dieser Glaubenssätze lernen wir uns noch mal ganz neu und wundervoll kennen.

 

 

Persönliche Weiterentwicklung:
Sich mit sich selbst zu beschäftigen, und das erwähne ich so, so oft, ist das A und O zur Selbstliebe.
Persönliche Weiterentwicklung bedeutet für mich uns näher zu uns zu führen, zu dem Kern, der unter all den Schichten liegt, die wir uns über viele Jahre angelegt haben.
Ein großer Faktor ist hier die Verantwortung über sich und das eigene Leben zu übernehmen.
Wie lange willst du das Ruder über dein Leben noch anderen in die Hand drücken?
Mach dir Gedanken darüber, was du willst, wer du bist, welche Entscheidungen bei dir liegen (denn das sind unendlich viele) und welche Erwartungen an andere dich weiterbringen oder dich wiederum hemmen.
Schaffe dir eine Routine, eine Gewohnheit, die dir körperlich und seelisch gut tut und die du täglich in deinen Alltag integrieren kannst. Das Einhalten von Routinen sowie das Erledigen von wichtigen To-Do’s erzeugt einen sehr großen Respekt dir selbst gegenüber. Sowie auch das Niederschreiben von alldem, was du bisher erreicht hast, was du an dir liebst, was du an dir noch ausbauen möchtest, etc.
Verbringe Zeit mit dir selbst, denn die Zeit alleine ist unheimlich wertvoll.
Seh dich als dein größtes Projekt und sei dir bewusst: Je mehr du für dich da bist, desto mehr profitieren auch deine Mitmenschen – denn deine äußere Welt ist immer ein Spiegel deiner inneren Welt!

Akzeptanz:
Selbstliebe hat oft auch mit dem eigenen Körper, dem Aussehen zu tun.
Ich lese oft, dass wir nicht alles am Körper lieben müssen, jedoch akzeptieren sollen – lernen, damit zu leben.
Diesen Gedanken finde ich an sich ganz schön, jedoch bin ich auch der Meinung, dass jeder Mensch über sich und seinen Körper verfügt und somit auch das Recht hat zu entscheiden, ob er/sie etwas ändern möchte oder nicht.
Als ich in der Unterstufe aufgrund meines geringen Gewichtes gehänselt wurde hätten mich keine 100 Pferde dazu gebracht, dies zu akzeptieren. Nach vielen Jahren des nicht-akzeptieren’s meiner Selbst habe ich den Kraftsport entdeckt und somit erkannt, dass ich meinen Körper so formen kann, dass auch ich diesen akzeptieren kann.
Ob es nun das Gewicht ist, die Größe der Oberweite oder die Haare am Kopf:
Die Entscheidung, ob du dich so akzeptierst, wie du auf die Welt gekommen bist oder nicht, das liegt ganz bei dir.
Leben und leben lassen!

Warum erwähne ich diesen letzten Punkt Akzeptanz dann überhaupt?
Weil die Selbstliebe für mich in erster Form nicht körperbezogen ist. Denn was wir in unserem Inneren sehen ist nicht das, was unser Spiegelbild zeigt. Unsere innere Welt ist wer oder was wir sind. Ich sehe alles andere/körperliche als eine Hülle (hinsichtlich der Selbstliebe) und bin der Meinung:
Selbstliebe ist, unabhängig vom Körper –
Selbstliebe ist, sich als Person mit den Werten, Einstellungen, Erfahrungen, Stärken sowie Schwächen zu lieben!

Ich bin mir sicher, dass dieses Thema mehr als nur einen Blogbeitrag in Anspruch nehmen könnte – daher hoffe ich, die Kernpunkte so gut wie möglich für euch zusammengefasst zu haben 🙂
Ihr könnt mir dazu gerne euer Feedback hier lassen ❤️

 

In diesem Sinne:
Alles Liebe,
Ana