Gönnst du schon oder neidest du noch?


Meine lieben Leute,
ich möchte mich heute einem sehr großen Thema, vor allem auf Instagram, widmen: Der Neid und das Gönnen.
2 sehr unterschiedliche, jedoch trotzdem naheliegende Gefühle!

Aber was ist das genau, was dieses Gefühl hervorruft?
Kommen wir mal zum Wort Neid:
Neid ist, aus psychologischer Sicht, eine negative Emotion, die entsteht, wenn jemand anderes mehr hat als einer selbst.
Der Ursprung entsteht meist im Benachteiligungsverdacht.
Man vermutet, dass häufig der Neider weniger die Dinge möchte, die der vermeintlich „Bevorzugte“ besitzt, sondern eher, das dieser „Bevorzugte“ eben diese Dinge nicht mehr besitzt oder verliert.
Ist das nicht traurig?
Es gibt mehrere Theorien, wie der Neid entstehen kann – die Einen sagen, dass dieser angeboren sei, manch Andere behaupten, er käme nicht vor dem ersten Lebensjahr – es gibt allerdings auch die Theorien, die mit dem Selbstwert zusammen hängen.

Meine Meinung?
Es ist eine Mischung aus allen 3 oder mehreren Theorien – UND es ist auch nicht wichtig!
Wichtig ist meiner Meinung nach ein Bewusstsein zu schaffen, diesen Neid, den man doch allzu oft verspürt, in eine Form der Gleichgültigkeit oder, im besten Fall, der Gönnung umzuwandeln.

Leicht gesagt? Ja – jedoch nicht unmöglich.

Ich spreche hier aus Erfahrung: Wie oft ich anderen auf ihr Aussehen, ihren Besitz, ja sogar ihren Charakter neidisch war.
Warum bin ich nicht so? Warum hab ich diese Ausstrahlung nicht? Warum hab ich SO VIEL PECH?

Der Kopf eines Jugendlichen ist manchmal Gift für einen selbst – und das war es auch für mich, denn solche Gedanken ziehen sich bis ins Erwachsenenalter!

Wie also wegkommen von negativen Gedanken, während man durch den Instagramfeed scrollt, während man tolle Geschichten von anderen Menschen hört oder wunderschöne Leute sieht?

Ich finde, folgende 4 Umdenkungsprozesse sind hierbei ganz essentiell:

  1. Mach dir bewusst, was du hast!
    Ich weiß, das mag vielleicht ausgelutscht klingen, aber diese paar Worte haben schon ihren Sinn:
    Du hast Essen im Kühlschrank, genug Gewand und ein Dach über dem Kopf? Gratuliere, du bist reicher als 75% auf diesem Planeten!
    Hast du Geld am Konto, in der Geldtasche und vielleicht auch noch etwas angespart? Dann gehörst du zu den „oberen“ 8% auf der Welt!
    Dein, oder mein Kaffee heute morgen kostet mit Sicherheit genauso viel, wie andere Menschen am Tag, teilweise in der Woche in ihrer Arbeit verdienen.
    Das könnte man unendlich so weiterführen aber ich glaube man versteht, worauf ich hinaus möchte:
    Natürlich soll oder muss man nicht täglich daran denken, wie schlecht es anderen Menschen geht, nein, ABER sich dessen bewusst machen, wie reich man ist, wieviel Glück man hat und die Dinge vielleicht mal so zu betrachten: „Ja, er oder sie hat einen Wahnsinnsurlaub auf den Malediven, das ist toll – ich kann mir ebenfalls leisten, mind. einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren oder zu fliegen! Schön, dass wir dieses Glück haben zu reisen!“
  2. Sei dir bewusst, dass DU für DICH verantwortlich bist!
    Ja genau! Du hast dein Leben in deiner Hand, du steckst täglich in deinem Körper, hast die Kontrolle deiner Gedanken und bist Herr/Frau deiner Aktionen, Reaktionen und Aktivitäten.
    Niemand schreibt dir vor, wie du zu leben hast, was du zu tun hast – auch dein Boss zwingt dich nicht zu bleiben, deine Familie zwingt dich nicht, zu studieren oder was du zu studieren hast und die Gesellschaft, auch, wenn es versucht wird, zwingt dich NICHT so zu leben wie alle anderen!
    „Aber bei mir geht das nicht so leicht, weil…“ sollte keinen Platz in deinem Kopf haben, weil es einfach nicht stimmt! Jeder hat seine Geschwindigkeit, die Dinge zu erreichen, die er möchte, da die Vorraussetzungen IMMER unterschiedlich sind aber niemandem bleibt die Möglichkeit verwehrt, diese Dinge zu tun!
    Bsp.: Ich möchte auch auf die Malediven! Hab ich die paar Tausend Euro dafür? Nein. Möchte ich trotzdem hin? Ja.
    Daher arbeite ich, spare ich, verzichte vielleicht auf andere Dinge und, vor allem, halte mir das Ziel klar vor Augen! 

    Noch eine kleine Anmerkung: Ich spreche oder „schreibe“ soeben zu den Leuten, die fähigen Internetanschluss, ein Handy oder einen Laptop sowie genug Zeit oder die Möglichkeit haben, das hier zu lesen – daher ist es mir bewusst, dass „Extremsituationen“, wie in einem Kriegsgebiet aufzuwachsen, weit entfernt sind von all meinen Gedanken!
  3. Lerne, dich für andere zu freuen!
    Stell dir mal vor du würdest jedes mal einen Stich in die Rippen oder wo auch immer bekommen, wenn jemand anderes negative Gedanken oder Neid gegen dich hegt. Würde das nicht EXTREM unangenehm sein?

    Auch die Gedanken setzten bestimmte Energien frei, und auch, wenn diese Energien sich nicht unbedingt, oder nicht immer, körperlich zeigen, so lösen wir damit etwas aus!
    Ich, für meinen Teil, sehe keinen Grund, gegen einen anderen Menschen negative Gedanken zu streuen, nur, weil dieser jemand etwas hat, was ich (noch) nicht besitze ODER nach dem ich eigentlich ohnehin nie gestrebt habe – oft, oder meist, ist dieser Neid nämlich auch durch und durch sinnlos, da wir noch nie daran dachten, dieses eine Ding, was der andere hat, haben zu wollen. Wenn wir dann aber sehen, dass jemand etwas besitzt, was wir ja eigentlich auch nicht haben, entsteht völlig grundloser Neid.
    Stell dir jetzt mal vor, du bekommst „völlig kostenlos“ positive Energie für jedes Mal, wenn sich jemand für dich freut – wie würde sich DAS dann anfühlen?
    Mich jedenfalls kostet es weder Zeit noch Geld, mich für andere zu freuen und somit anderen etwas Gutes zu tun – „Wie unfair, warum hat er/sie etwas und ich nicht?“ lässt sich easy ersetzen mit „Wow, er/sie muss aufgrund dessen ein super schönes Gefühl haben – das freut mich sehr“!
  4. Der letzte, aber vielleicht wichtigste Punkt:
    Du weißt nicht, was er/sie dafür erlebt/durchgemacht/getan hat!
    Es ist immer leicht zu sagen, dass jemand etwas nicht verdient hätte, nur, weil man der Meinung ist, dass man es SELBER mehr verdient hätte.
    Aber woher möchtest du wissen, was der oder die Andere dafür getan hat? Vielleicht wurde jahrelang daran gearbeitet? Vielleicht musste man dafür etwas aufgeben? Schwere Entscheidungen treffen, die man selbst nicht hätte treffen wollen?
    Wieder ein Beispiel:
    Auch ich durfte Neid von anderen erfahren, klar, wie vermutlich jeder Mensch (weil jeder immer was hat, was jemand anderer möchte): Bei mir war das Neid-Thema mein jetziges Selbstbewusstsein und Denkweise!
    Abgesehen davon, dass das Gefühl zu wissen, jemand ist neidisch, EXTREM unangenehm war, hätte ich am liebsten rausgeschrieen wie schwer es war, dorthin zu kommen, wo ich bin. Ich war, bis zu meinem (frühestens) 20. Lebensjahr, also 20 Jahre meines Lebens, derart unselbstbewusst, dass ich ständig Neues probierte, unzählige Bücher las, mich unzählige Male wieder runtermachte und im Endeffekt wieder „bei 0“ stand. 
    Doch ich habe mir mein jetziges ICH erarbeitet: Durch den Sport, durch ständiges Reflektieren, sich mit mir selbst zu beschäftigen, mich Dinge zu trauen, die ich nie gemacht hätte, zu lesen, mich zu öffnen, mit anderen zu sprechen und andere Meinungen anzunehmen etc. …!
    Und diese ganzen Jahre, bis JETZT (denn ich lerne ständig und täglich) sieht man auf einem meiner grinsenden, positiven Instagramposts NICHT. Dort sieht es vielleicht für die Einen so aus, als hätte ich nur Glück, als wäre mir alles in den Hintern gesteckt worden und als wäre ich immer mit Komplimenten überhäuft worden.
    Daher, liebe Leute, macht euch bewusst: Von nichts kommt nichts. Und niemand hat das, was er oder sie nun mal hat, aus Zufall und purem Glück!

Im Nachhinein betrachtet sind es doch nur wenige, kleine Schritte, die unseren Kopf von Negativität befreien können und zu einem freieren und glücklicheren Leben verhelfen!

Ich hoffe, die oben genannten Punkte konnten dem ein oder der anderen zu einem kleinen Teil die Augen öffnen oder ein Bewusstsein schaffen, das vorher nicht da war – und für alle, denen es bereits bewusst war: TOLL ❣

Gebt mir gerne Feedback auf Instagram unter meinem neuen Post oder gerne per DM, ich lese mir alles durch und werde mir Zeit nehmen, euer Feedback zu beantworten!

 

Alles Liebe,

Ana