Endlich habe ich es geschafft, meinen Athen-Blogpost zu schreiben. Warum es so lange gedauert hat? 
Ganz ehrlich, diesmal fiel es mir derart schwer alle Eindrücke in einen kompakten Post zu verpacken. Ich selber bin kein Fan von endlos langen Blogposts, beim Thema Reisen jedoch lässt es sich leider nicht immer vermeiden (bestes Beispiel: mein Thailand-Post).

Doch genug gejammert, ich beginne meine kleine Athen-Geschichte mit ein paar Facts.


  1. In Athen gibt es unendlich viele Sesseln. Aber die stehen nicht irgendwo, nein, sie werden verkauft.
    Vielleicht findet das niemand so spannend wie ich, jedoch hat es mich überrascht, da es nicht die erste Besonderheit ist an die ich denke, wenn jemand von Athen erzählte. Der Grund für den exzessiven Verkauf bleibt bislang unbekannt, ich bin jedoch nach wie vor dran, ihn zu finden. 
    Nichtsdestotrotz, wäre ich mit einem LKW da gewesen, hätte ich mir bestimmt mind. 5 Stühle gekauft, da sie richtig schön und individuell waren. (An alle Vintage-Fans: Ein Paradies!)
  2. Athen ist das neue Miami! Naja, vielleicht nicht zu 100%… aber dem Graffiti von Miami kann Athen fast das Wasser reichen.Wunderschöne Kunstwerke, welche die ganze Stadt prägen, teilweise auch aus der Zeit des Protests kommend, als es finanziell in Griechenland bergab ging.Die schönsten Graffitis sind in engeren Gassen und Seitenstraßen der Innenstadt zu bewundern, für tolle Bilder also unbedingt die Augen offen halten.
  3. Griechischen Salat isst man hier nur mit grüner Paprika und Kapern.Ein Fakt der mich doch sehr überrascht hat, da ich es immer merkwürdig fand, wenn jemand Paprika in den griechischen Salat gegeben hat (merkwürdig ist fast zu fein ausgedrückt, ich dachte mir eigentlich „Was für Banausen, keine Ahnung von der griechischen Esskultur“).Wie man sieht haben wir eine Menge Tzatziki gegessen… und Brot. Und Tzatziki.Der Schafkäse für den Salat wir nie in kleine Würfel geschnitten wie bei uns, sondern als Riesenstück einfach drüber gelegt. Und: In dem Salat kommen nur Olivenöl und Gewürze!

     

    Das waren die für mich überraschendsten Fakten, nun möchte ich euch ein tolles Café als Geheimtipp vorstellen und über die restlichen Eindrücke der Stadt erzählen:

    Wir haben echt viel Zeit mit ständigem Suchen nach Restaurants und Cafés verbracht, doch eines hat sich ausgezahlt: Das Μπουγατσάδικο η Θεσσαλονίκη στου Ψυρρή !  ot it? Nein, ich versteh auch nichts davon aber ich habs euch hier verlinkt. Typisch griechisch, gutes Essen und wunderschöne Einrichtung – genau das, was wir wollten.

     Und vor allem: Was wäre ein griechisches Frühstück ohne Strudel? (Ja stimmt, kein griechisches Frühstück, ha-ha)

    Zu guter Letzt: Must see’s und warum mich die Reise auch sehr nachdenklich gemacht hat.

    Ganz klar, ein must see ist das Akropolis. Ich war schon ganz aufgeregt, als wir es am Weg in die Innenstadt am Berg oben sahen. Wir haben die Tickets dafür direkt oben beim Akropolis gekauft, ich empfehle jedoch dieses online zu beantragen, somit spart man Zeit und wenn ich mich nicht ganz täusche auch Geld. Für 7 Sehenswürdigkeiten haben wir um die 30€ pro Person gezahlt. 

     

    Abgesehen davon wird man beim Runtersteigen mit einem mega schönen View überrascht.

    Dafür muss man nur halbwegs gut Gleichgewicht halten können, da es auf dem Fels keinen geführten Weg gibt (aber wenn ich es ohne Knochenbruch geschafft habe, schafft ihr das easy)!

    Was ich auch sehr empfehlen kann ist das Stöbern auf Märkten und Gassen. Klar gibt es auch, bzw. vor allem, hier die typischen Abzocke Artikeln wie z.B. ein griechisches Kleid um gefühlte Tausende von Euros oder Fake-Taschen etc.
    Doch alleine der Flair ist was ganz eigenes, und ich selber habe auch nur beim Lebensmittel-Markt schlussendlich zugeschlagen (war klar!).

    Ich habe noch 2 Themen, welche ich ansprechen möchte, daher werde ich zu den Sehenswürdigkeiten nur noch kurz berichten: Ich habe alle 7 Attraktionen gesehen, ich habe sie alle als extrem spannend befunden und mehr brauchte ich auch nicht zu sehen. Das Ticket beinhaltet also schon ziemlich alles, was es in Athen zu sehen gibt.
    Doch lasst mich euch einen Tipp geben: Geht zu Fuß! Alles! Athen ist keine komplizierte Stadt wenn man sie 2,3 mal durchgelaufen hat. Man sieht vieeeel mehr und erlebt die Stadt ganz anders!

    Nun zum Thema Baden:
    Wir sind nach ausführlicher Recherche auf die Insel Angistri gefahren, 50 min. mit dem Schnellboot entfernt und das Ticket kostet um die 15€. Angistri ist eine ganz kleine und auch nahezu unberührte Insel in der Nähe Athens. Wer also wirklich absolute Entspannung braucht, ist hier genau richtig.
    In Angistri sind wir eine Nacht geblieben und die Entscheidung war wirklich gut. So konnten wir das Sightseeing in Athen etwas aufteilen, da wir nach der Insel noch eine Nacht in Athen hatten. 


    Last but not least, das mir Wichtigste Thema: Die Schattenseiten Athens

    Klar gibt es in vielen oder eigentlich jeder Stadt Armut. Doch die finanzielle Lage nach der Schuldenkrise 2015 kennt (hoffentlich) jeder ungefähr und kann sich denken, wie es den Griechen höchstwahrscheinlich in ihrem Land geht.
    Wir haben in Athen zwei Bekannte getroffen, die auch dort aufgewachsen sind. Beide in unserem Alter, beide sehr, sehr nette Menschen, die uns freiwillig die Stadt zeigten. Im Laufe des Gesprächs fühlte ich mich immer schlechter und immer mehr fehl am Platz. Beide sind noch nie wo anders als hier gewesen, noch nie geflogen. Einfach, weil das Geld fehlt. Einer der Beiden hat erzählt, in einem Café zu arbeiten. Als er sagte, er bekomme 20€, war ich mir erst nicht sicher für was. Es stellte sich heraus, dass die 20€ für den Tag (6h) bezahlt werden. Dieser und der Fakt, dass in Athen die Lebensmitteln und generell alles ziemlich genauso teuer ist wie bei uns machte mich wütend und traurig zu gleich. Nach der Krise dachte ich, es wird dort alles sehr billig sein, doch das Gegenteil: Alleine eine Packung Tabak (da beide Bekannte rauchten, bekam ich auch diese Information) kostet dort 8€. Warum? Warum teurer wie bei uns? Warum genauso teuer wie bei uns? Dies waren die „Insider-Infos“ grob zusammengefasst, doch auch ich konnte erkennen, wie schlecht es den Menschen dort teilweise geht. Nicht nur einmal wurden wir angesprochen, ob wir denn nicht Koks oder Marihuana kaufen wollten – am helllichten Tag, mitten am Hauptplatz. Die Polizisten 15m weiter sahen das, schienen jedoch eher für „gröbere“ Gefahren  hier zu sein. Ich sah Hunderte von Kinder betteln, Hunderte von Afroamerikaner Armbänder verkaufen. Wann sagt man ja, wann sagt man nein, wo ist die Grenze? Mich hat das alles sehr nachdenklich gemacht und ich sehe Athen etwas mit anderen Augen wie zuvor. 


    Ich möchte jedoch damit niemanden die Lust auf Athen nehmen, sondern einfach etwas aufmerksam darauf machen. Zur Aufmunterung gibts aber noch ein Foto mit mir und diesem 85-jährigen Musiker, der weder singen noch spielen konnte, uns jedoch ein wunderschönes Lied vorgespielt hat. 

 

Danke fürs Lesen und alles Liebe,



Ana.